Wissen

Drehen vs. Fräsen

Zwei Fertigungsverfahren, ein Ziel: Ihr perfektes Bauteil. Wir erklären die Unterschiede, zeigen wann welches Verfahren optimal ist — und warum die Kombination oft die beste Lösung ist.

Funktionsprinzip

So funktioniert der Unterschied

Der fundamentale Unterschied: Beim Drehen rotiert das Werkstück, beim Fräsen rotiert das Werkzeug. Das bestimmt, welche Geometrien möglich sind.

Geometrie

Welche Form passt wozu?

Drehen erzeugt rotationssymmetrische Teile: Wellen, Bolzen, Buchsen, Flansche — alles was rund ist. Die Achsensymmetrie ermöglicht hohe Genauigkeiten und exzellente Oberflächen.

Fräsen bearbeitet prismatische und flache Geometrien: Gehäuse, Platten, Taschen, Nuten. Mit 5-Achs-Fräsen sind auch Freiformflächen und komplexe 3D-Konturen möglich.

Vergleich

Drehen vs. Fräsen im Detail

KriteriumCNC-DrehenCNC-Fräsen
WerkstückRotiert (Spannfutter)Fest (Schraubstock/Spanner)
WerkzeugSteht still oder linearRotiert (Frässpindel)
Typische TeileWellen, Bolzen, BuchsenGehäuse, Platten, Taschen
Toleranzen±0,005 mm möglich±0,01 mm Standard
OberflächeRa 0,4 erreichbarRa 0,8 Standard
Stundensatz45–95 €/h60–120 €/h
AutomatisierungStangenlader (24/7)Palettenwechsler
Entscheidungshilfe

Wann Drehen, wann Fräsen?

Drehen wählen, wenn:

  • Das Teil rotationssymmetrisch ist (Welle, Bolzen, Buchse)
  • Hohe Rundlaufgenauigkeit gefordert ist
  • Serienteile aus Stangenmaterial gefertigt werden
  • Gewinde (Außen/Innen) benötigt werden
  • Mannlose 24/7-Fertigung mit Stangenlader möglich ist

Fräsen wählen, wenn:

  • Das Teil prismatisch oder flach ist (Gehäuse, Platte)
  • Taschen, Nuten oder Freiformflächen benötigt werden
  • Mehrseitige Bearbeitung erforderlich ist
  • Komplexe 3D-Geometrien (5-Achs) vorliegen
  • Große Bauteile (>300 mm) bearbeitet werden müssen
Beste Lösung

Oder beides: Komplettbearbeitung

Moderne CNC-Drehmaschinen mit angetriebenen Werkzeugen kombinieren Drehen und Fräsen in einer Aufspannung. Das spart Umspannzeit, eliminiert Positionsfehler und senkt die Stückkosten.

Weniger Aufspannungen

Drehen, Fräsen, Bohren in einem Durchgang — kein Umspannen, keine Positionsfehler.

⏱️

Kürzere Durchlaufzeit

Ein Arbeitsgang statt zwei oder drei. Die Teile sind schneller fertig.

📐

Höhere Genauigkeit

Keine Umspannfehler — alle Bearbeitungen referenzieren auf denselben Nullpunkt.

FAQ

Häufige Fragen

Beim Drehen rotiert das Werkstück und das Werkzeug steht oder bewegt sich linear. Beim Fräsen rotiert das Werkzeug und das Werkstück steht fest. Drehen ist ideal für runde Teile, Fräsen für prismatische Geometrien.

CNC-Drehen hat niedrigere Stundensätze (45–95 €/h vs. 60–120 €/h). Drehteile aus dem Stangenlader sind bei Serien besonders wirtschaftlich. Frästeile erfordern oft mehrere Aufspannungen, was den Preis erhöht.

Ja — moderne Drehmaschinen wie unsere DMG Mori NLX 2000 haben angetriebene Werkzeuge und Y-Achse. Damit sind Querbohrungen, Abflachungen und Nuten direkt am Drehteil möglich, ohne Umspannen.

Beim Drehen sind ±0,005 mm erreichbar (bei Passungen H7/g6). Beim Fräsen ist ±0,01 mm der Standard. Beide Verfahren erreichen bei Bedarf IT6-Toleranzen.

5-Achs-Fräsen nutzt 3 lineare + 2 Rotationsachsen. Das Werkstück kann aus nahezu jedem Winkel bearbeitet werden — ideal für komplexe 3D-Konturen in einer Aufspannung.

Ein Stangenlader schiebt Stangenmaterial automatisch in die CNC-Drehmaschine nach. So können Serien mannlos rund um die Uhr gefertigt werden — 24/7 ohne Bediener.

Dreh- oder Frästeil anfragen

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