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CNC-Gewindebearbeitung: Drehen, Fräsen und Schneiden im Vergleich
Technologie 01. August 2025 10 Min.

Gewindebearbeitung: Drehen, Fräsen, Schneiden. Alle Verfahren im Überblick

SI

Thomas Strobel

Veröffentlicht am 01. August 2025

Gewindebearbeitung in der CNC-Fertigung

Gewindebearbeitung ist der Oberbegriff für alle spanenden Fertigungsverfahren, bei denen ein schraubenförmiges Profil (Gewinde) in ein metallisches Werkstück eingebracht wird, dazu zählen Gewindedrehen, Gewindefräsen und Gewindeschneiden (DIN 8589).

Direkt nachschlagen: Der Gewinderechner liefert Kernlochbohrer, Steigung, Durchgangsbohrung und Tragtiefe für 40 metrische Gewinde von M1,6 bis M36.

Gewinde gehören zu den häufigsten Funktionselementen in der Metallverarbeitung. Von der einfachen M6-Schraube bis zum Sondergewinde mit Trapezprofil, fast jedes Bauteil enthält mindestens ein Gewinde. Doch nicht jedes Gewinde wird gleich hergestellt: Je nach Material, Geometrie und Stückzahl kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz.

Auf einen Blick

Strobel Industry fertigt metrische, Feingewinde, Trapez-, Rohr- und Sondergewinde, vom M1 bis M200, in allen gängigen Materialien. Innengewinde und Außengewinde, Einzel- und Serienfertigung.

Verfahren 1: Gewindedrehen

Beim Gewindedrehen erzeugt ein profilierter Drehmeißel das Gewinde durch mehrere Zustellungen entlang der rotierenden Achse. Es ist das präziseste Verfahren für Außen- und Innengewinde auf rotationssymmetrischen Bauteilen.

Vorteile

  • Höchste Präzision: Toleranzen bis 6g/6H zuverlässig erreichbar
  • Maximale Flexibilität: Jede Steigung und jedes Profil programmierbar, kein Spezialwerkzeug nötig
  • Große Gewinde: Ideal für Gewinde über M30, wo Gewindebohrer unpraktisch werden
  • Sondergewinde: Trapez-, Sägen-, Rund- und Sonderprofile problemlos umsetzbar

Typische Anwendungen

Wellen mit Gewinde, Spindeln, Hydraulikzylinder, Sondergewinde nach Zeichnung. Mehr zum CNC-Drehen erfahren Sie in unserem Verfahrensvergleich.

Verfahren 2: Gewindefräsen

Gewindefräsen nutzt einen rotierenden Gewindefräser, der auf einer Helixbahn um die Bohrung oder den Bolzen fährt. Es vermeidet die Bruchgefahr von Gewindebohrern und eignet sich besonders für schwer zerspanbare Werkstoffe.

Vorteile

  • Kein Werkzeugbruch: Im Gegensatz zum Gewindebohrer kein Risiko, im Werkstück steckenzubleiben
  • Ein Werkzeug: viele Steigungen: Ein Gewindefräser kann verschiedene Durchmesser bei gleicher Steigung fertigen
  • Ideal für Edelstahl und Titan: Besser kontrollierbare Schnittkräfte als beim Gewindeschneiden
  • Sacklochgewinde bis fast zum Grund: Kürzerer Auslauf als beim Gewindebohrer

Verfahren 3: Gewindeschneiden (Gewindebohren)

Das klassische Gewindeschneiden mit einem Gewindebohrer ist das schnellste Verfahren für Standard-Innengewinde in gut zerspanbaren Materialien.

Vorteile

  • Höchste Geschwindigkeit: Ein Durchgang, Gewinde fertig
  • Einfache Programmierung: Standard-Gewindezyklus in der CNC-Steuerung
  • Wirtschaftlich bei Serien: Geringe Stückkosten bei hohen Stückzahlen

Einschränkungen

  • Bruchgefahr besonders bei Sacklochgewinden und harten Materialien
  • Eine Steigung pro Werkzeug, bei vielen verschiedenen Gewinden steigen die Werkzeugkosten
  • Nicht empfohlen für hochfeste Aluminiumlegierungen wie 7075 ohne Schmierung

Gewindeformen und Sondergewinde

Neben metrischen Standardgewinden (M-Gewinde nach DIN 13 / ISO 261) fertigen wir:

  • Feingewinde: M10×1, M12×1,25, für dünnwandige Bauteile und Einstellgewinde
  • Trapezgewinde: Tr20×4, Tr30×6, für Spindeln und Verstellmechanismen
  • Rohrgewinde: G1/4", G1/2" (BSP), für Hydraulik und Pneumatik
  • Whitworth-Gewinde: BSW, BSF, für Altmaschinen und englische Teile
  • Sondergewinde: Jedes Profil nach Zeichnung, Rundgewinde, Sägengewinde, mehrgängige Gewinde

Verfahrensvergleich: Gewindedrehen vs. Gewindefräsen vs. Gewindeschneiden

KriteriumGewindedrehenGewindefräsenGewindeschneiden
GeschwindigkeitMittel (mehrere Zustellungen)MittelSehr hoch (1 Durchgang)
BruchrisikoSehr geringSehr geringErhöht bei Sacklöchern
Sonderprofile? Jedes Profil programmierbarEingeschränkt? Nur Standardprofile
MaterialienAlleIdeal für Edelstahl, TitanGut zerspanbare Werkstoffe
GewindegrößeM1-M200+M3-M50M2-M30 (Standard)
SacklochgewindeMit Auslauf? Kürzester AuslaufLanger Auslauf
Toleranzbis 4H/4h6H/6g (Standard)6H/6g (Standard)

Auch die Werkzeugwahl und die Kühlschmierstoffstrategie beeinflussen die erreichbare Gewindequalität erheblich.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Gewindetoleranzen können erreicht werden?

Standard ist Toleranzklasse 6H (Innengewinde) und 6g (Außengewinde). Engere Toleranzen wie 4H/4h sind auf Anfrage möglich, erfordern aber angepasste Bearbeitungsstrategien und 100%-Prüfung.

Können auch linksgängige Gewinde gefertigt werden?

Ja, beim CNC-Gewindedrehen und Gewindefräsen ist die Gangrichtung frei programmierbar. Linksgängige Gewinde verursachen keine Mehrkosten.

Was kosten Sondergewinde?

Sondergewinde kosten typisch 20-50% mehr als Standardgewinde, da keine Standard-Prüfmittel verfügbar sind und die Programmierung aufwändiger ist. Bei Kleinserien verteilen sich die Einmalkosten auf mehrere Teile.

Fazit: Das richtige Verfahren für jedes Gewinde

Die Wahl des Gewindefertigungsverfahrens hängt von Material, Geometrie, Stückzahl und erforderlicher Toleranz ab. Ein erfahrener Fertigungspartner beherrscht alle drei Verfahren und wählt das wirtschaftlichste für Ihr Bauteil.

Gewinde nach Ihren Vorgaben? Senden Sie uns Ihre Zeichnung, wir fertigen jedes Gewinde präzise und wirtschaftlich.

TS

Thomas Strobel

Geschäftsführer & CNC-Spezialist

Thomas Strobel leitet Strobel Industry mit über 10 Jahren Erfahrung in der CNC-Zerspanung. Spezialisiert auf Präzisionsfertigung und Prozessoptimierung.

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