Fertigungsverfahren

Was ist CNC-Drehen?

Rotationssymmetrische Präzisionsteile — von der Welle bis zum Flansch.

Drehen — Definition und Prinzip

CNC-Drehen ist ein spanendes Fertigungsverfahren, bei dem das Werkstück rotiert und ein feststehendes oder angetriebenes Werkzeug Material in Form von Spänen abträgt. Es ist das Standardverfahren für rotationssymmetrische Bauteile wie Wellen, Bolzen, Buchsen, Flansche und Gewindestifte.

Beim CNC-Drehen wird das Werkstück im Spannfutter (bei Futterteilen) oder zwischen Spitzen (bei langen Wellen) fixiert und mit definierten Drehzahlen rotiert. Das Werkzeug fährt definierte Konturen ab — gesteuert vom CNC-Programm.

Drehverfahren im Detail

VerfahrenBeschreibungTypische Anwendung
LängsdrehenWerkzeug bewegt sich parallel zur RotationAußendurchmesser, Wellenabsätze
PlandrehenWerkzeug bewegt sich radialStirnflächen, Planflächen
EinstechenWerkzeug sticht radial einNuten, Einstiche, Freistiche
GewindedrehenSynchronisierte Spindel- und VorschubbewegungAußen- und Innengewinde
Innendrehen (Bohren)Bearbeitung von InnenkonturenBohrungen, Passungen
AbstechenTrennen des Fertigteils vom StangenmaterialSerienteile mit Stangenlader

Stangenlader — Automatisierte Serienfertigung

Für Serien ab ~20 Stück setzen wir einen Stangenlader (Bar Feeder) ein:

  • Stangenförmiges Rohmaterial (bis Ø32 mm bei Lang-/Kurzdrehteilen, bis Ø65 mm im Stangenlader der NLX 2000) wird automatisch nachgeschoben
  • Die Maschine arbeitet mannlos — auch nachts und am Wochenende
  • Deutlich niedrigere Stückkosten bei Kleinserien und Mittelserien
  • Typischer Zyklus: Bearbeitung → Abstechen → Nächstes Teil — vollautomatisch

→ Mehr zu unseren Kurzdrehteilen (bis Ø32 mm)

Angetriebene Werkzeuge — Drehen und Fräsen in einem

Moderne CNC-Drehmaschinen haben angetriebene Werkzeuge auf dem Revolver: kleine Fräs- oder Bohreinheiten, die quer zur Drehachse arbeiten können. Das ermöglicht:

  • Querbohrungen ohne Umspannen
  • Abflachungen und Nuten am Drehteil
  • Sechskant-Konturen und Schlüsselflächen
  • Gewinde an Stirnflächen

Ergebnis: Komplettbearbeitung in einer Aufspannung — weniger Durchlaufzeit, höhere Genauigkeit, geringere Kosten.

Typische Materialien und Toleranzen

CNC-Drehen ist mit allen zerspanbaren Materialien möglich:

  • Automatenstahl (11SMnPb30) — Idealer Drehwerkstoff, kurzbrechende Späne
  • Baustahl (S235, S355) — Universell, gute Zerspanbarkeit
  • Edelstahl (1.4301, 1.4571) — Erfordert scharfe Werkzeuge und optimierte Schnittdaten
  • Aluminium (6082, 7075) — Hohe Drehzahlen möglich, exzellente Oberflächen
  • Messing, Bronze — Hervorragende Zerspanbarkeit, glänzende Oberflächen

Standardtoleranzen im CNC-Drehen: ±0,02 mm. Für Passungen (H7, g6, f7) erreichen wir ±0,005 mm mit anschließender Messung jedes Teils.

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Drehen und Fräsen?

Beim Drehen rotiert das Werkstück und das Werkzeug steht still oder bewegt sich linear. Beim Fräsen rotiert das Werkzeug und das Werkstück steht. Drehen eignet sich für runde Teile (Wellen, Bolzen), Fräsen für prismatische Teile (Gehäuse, Platten).

Was ist ein Stangenlader?

Ein Stangenlader (Bar Feeder) ist eine automatische Zuführeinrichtung für CNC-Drehmaschinen. Stangenförmiges Rohmaterial wird automatisch nachgeschoben, sodass Serienteile ohne manuellen Eingriff gefertigt werden können.

Welche Toleranzen erreicht CNC-Drehen?

Standardmäßig ±0,02 mm. Für Passungen (H7, g6, f7) sind ±0,005 mm möglich. Die erreichbare Toleranz hängt von Material, Durchmesser und Länge ab.

Was ist der maximale Durchmesser beim CNC-Drehen?

Bei Strobel Industry drehen wir bis Ø300 mm (Futterteile auf der NLX 2000) und bis Ø32 mm auf der Traub TNL 32 im Lang-/Kurzdrehbetrieb. Der Stangenlader fasst bis Ø65 mm.

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